
Bettina Rheims par Serge
Bramly, Mai 2004, Paris
© Serge Bramly, Courtesy Galerie Jérôme de Noirmonts

Sibyl Buck la joue écrasée
sur un lit, Janvier 1996, Paris
© Bettina Rheims,Courtesy Galerie Jérôme de Noirmont
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Vermittlungsprogramm zur Ausstellung:
BETTINA RHEIMS. RETROSPECTIVE
KUNSTHAUSWIEN, 20.1. - 24.4.2005
FRAUEN, FRAUEN, FRAUEN
Der „weibliche Blick“ auf den weiblichen Körper
für SchülerInnen der Oberstufe (1,5 Std.)
Die französische Fotografin Bettina Rheims befasst
sich seit Beginn ihrer Karriere in den achtziger
Jahren in einem großen Teil ihrer Arbeiten mit dem
weiblichen Akt. Dabei handelt es sich um ein
Thema, das in der Geschichte der Kunst bereits
eine lange Tradition hat. Ob Tizian oder Rubens,
Schiele, Picasso oder Helmut Newton – mit der
Darstellung des nackten weiblichen Körpers gelang
es immer ein Publikum zu erreichen. In den
Arbeiten von Bettina Rheims gibt es allerdings
einen entscheidenden Unterschied: der Blick, mit
dem die Modelle festgehalten werden, ist ein
weiblicher. So taucht in ihrer Bildserie INRI eine
Frau als Gekreuzigte auf, während sie in anderen
Arbeiten mit dem Motiv des männlichen Voyeurs
spielt, indem sie halb bekleidete Frauen in
Hotelzimmern ablichtet.
In der Ausstellung werden die SchülerInnen selbst
Fotografien der Künstlerin auswählen, an Hand
derer wir uns mit der Frage beschäftigen wollen,
ob und wie sich der weibliche Blick vom
männlichen unterscheidet, wenn es um die
Inszenierung nackter Weiblichkeit geht. Welche
Themen greift Rheims auf und welche
Schwerpunkte setzt sie, wenn sie ihre Modelle
fotografiert?
KUNST ALS PROVOKATION
für SchülerInnen der Oberstufe (1,5 Std.)
In ihren inszenierten Aufnahmen rüttelt die
französische Fotografin Bettina Rheims beständig
an gesellschaftlichen Tabus und provoziert die
Frage, ob bestimmte Dinge überhaupt (öffentlich)
dargestellt werden dürfen. Vor allem die
Darstellung eines weiblichen Aktes als Christus am
Kreuz in Rheims an Jesus´ Lebensgeschichte
angelehnten Zyklus INRI verursachte in Frankreich
einen Skandal. Auch Rheims schonungslos offener
Umgang mit Sexualität, die zur Schau Stellung
intimster Körperteile oder die Inszenierung junger
Mädchenkörper in lasziven Posen ruft immer
wieder Gegenstimmen auf den Plan. Neben den
zwei großen gesellschaftlichen Tabuthemen,
Sexualität und Religion veranlasst auch die
Darstellung blinder Menschen zu der Frage,
inwieweit es legitim ist, Menschen mit Behinderung
bzw. Menschen, die sich selber kein Bild von sich
machen können zu fotografieren und auszustellen.
Geht es hier um voyeuristische Ausbeutung oder
um die Thematisierung innerhalb der Gesellschaft
verdrängter Vorstellungen und Themen?
Innerhalb einer freien Diskussion soll der Begriff
des Tabus geklärt werden; welche Tabus gibt es
heute überhaupt noch? Welche scheinbaren Tabus
behandelt die Fotografin in ihren Fotografien, wie
und warum ? Weiters sollen Verbindungen zur
Werbung hergestellt werden - von der Bettina
Rheims ursprünglich kommt - die immer wieder mit
den Mitteln der Provokation und Verletzung
gesellschaftlich akzeptierter Grenzen arbeitet, wie
etwa die Kampagnen der italienischen
Bekleidungsfirma Benetton. Sind derartige Bilder im
Kunstkontext legitim, d.h. ist die Kunst frei, oder
zeigt sich auch hier eine gewisse Verantwortung
Anderen gegenüber?
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