
DANIEL SPOERRI
Bügeleisen, gebacken, 1969
38 x 38 x 24 cm
© VBK Wien, 2003

DANIEL SPOERRI
La création de l´homme, 1991
L´Histoire des boîtes à lettres
Serie Erich Bammler
Assemblage auf Leinwand mit Scanacromvergrösserung auf Holz
aufgezogen
213 x 123 x 83 cm
© VBK Wien, 2003

DANIEL SPOERRI
Sevilla-Serie Nr. 12
Deutsches (Berliner) Geschirr auf Scanacrome von Nr. 2
Mit Totenschädel, falscher 50 Francs-Note, von Combas signiert
eaten by ...
Robert Combas und Gästen des Sevilla-Banketts
Paris, Atelier, rue du Retrait, 19. November 1991
80 x 160 x 40 cm (Lampe)
© VBK Wien, 2003
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DANIEL SPOERRI
DER ZUFALL ALS MEISTER
20. Februar – 1. Juni 2003, täglich 10.00 – 19.00
Uhr
Die Ausstellung umfasst ca. 150 Exponate, die Daniel
Spoerris Werk von 1960 bis 2001 zeigen. Wichtige Arbeiten aus den
Zyklen "Morduntersuchungen", "Künstlerpaletten",
"Sevilla-Serie", "Anatomische Kabinette", "Karneval
der Tiere", "L‘Histoire des boîtes à
lettres" und "Background Landscapes" sind für
diese Ausstellung zusammengestellt worden. Zur Ausstellung erscheint
ein Katalog, herausgegeben von Thomas Levy, Hamburg, dem Kurator der
Ausstellung.
Daniel Spoerri: Tänzer, Dichter, Regisseur und Objektkünstler,
Gründungsmitglied der Nouveaux Réalistes, Begründer
der Eat Art.
„Werfen wir einen Blick auf seine Biographie: Daniel Spoerri
wurde als Daniel Isaak Feinstein am 27. März 1930 in Galati in
Rumänien geboren. Der Vater Isaac Feinstein war zum christlichen
Glauben konvertiert, und mehr, er war zum Missionar im Dienst der
Norwegischen Mission für Israel, einer evangelisch-lutheranischen
Gemeinschaft, geworden. Aber das half ihm nicht, als Rumänien
im Sommer 1941 an der Seite Nazideutschlands in den Krieg eintrat.
Er entging der in Rumänien grausam wie nur irgendwo exekutierten
Judenverfolgung nicht, er wurde verschleppt und ermordet.
Seltsamerweise bedeutete die Nachricht von seinem Tode, von Zeugen
zu Protokoll gegeben, für die Familie eine Chance. Daniels Mutter
Lydia, geborene Spoerri, war Schweizerin. Als Witwe konnte sie für
sich und ihre sechs Kinder den Reisepass beantragen, den man ihr als
Frau eines Verfolgten verwehrte. Auf vielerlei Umwegen und nach kaum
vorstellbaren Abenteuern gelang ihr mitten im Krieg die Flucht in
die Schweiz, wo sie und die Kinder unter ihrem Mädchennamen registriert
wurden. Damals war Daniel gerade 12 Jahre alt.
Diese Ur-Erfahrung hat ihn für sein Leben geprägt. Daniel
Spoerri hat stets ein Nomadendasein geführt. Nirgends hält
es ihn lange. Immer kehrt er in die großen Städte zurück
– Paris, Amsterdam, New York, Berlin, Wien – aber nur,
um aufs Neue aufzubrechen. Auf dem Lande, in Frankreich, in der Schweiz,
in Italien richtet er sich
Quartiere ein, baut sie aus und schlägt doch nicht Wurzeln,
bleibt der Stadtmensch. Anderthalb Jahre verbringt er auf einer einsamen
griechischen Insel, auf Symi, um sich danach nur umso intensiver in
den Kunstbetrieb zu stürzen, ein Restaurant zu gründen,
einen Verlag zu betreiben, eine Professur anzunehmen, um all das dann
wieder an den Nagel zu hängen. Von hier aus, von diesem Nomadenleben
lässt sich wohl auch erklären, was Dinge für ihn bedeuteten.
Seine Beziehung zu den Dingen wurde eine bestimmende Komponente seiner
Existenz. Dinge standen oft
stellvertretend für ein menschliches Schicksal. An sie konnte
er sich halten, ihnen vertrauen. Waren sie nicht beständiger
und verlässlicher als Menschen? Und mehr: die Dinge erzählen
uns unsere eigene Geschichte, und wir erkennen uns in ihnen wieder...“
Wieland Schmied, 1998
Die Transformation der Dinge bestimmt das gesamte künstlerische
Œuvre von
Daniel Spoerri. Durch einen einfachen Eingriff, beispielsweise das
Kippen aus der Horizontale in die Vertikale, verändert Spoerri
die Wahrnehmungs- und Realitätsebenen. Die Metamorphosen seiner
eigenen Person stellen ebenfalls ein wichtiges Ausdrucksmittel im
künstlerischen Schaffensprozess dar. So tritt er beispielsweise
als Meister der Kochkunst auf und kredenzt dem Publikum Eat Art: essbare
Werke von Spoerri sowie seiner Künstlerfreunde Bernhard Luginbühl,
Dieter Roth, Arman, César und Niki de Saint-Phalle gelangen
anlässlich kunstvoll inszenierter Bankette zum Verzehr.
Ankäufe internationaler Museen und internationale Retrospektiven
seines Werkes festigen Daniel Spoerris Position als zentrale Figur
der europäischen Nachkriegskunst. Der Künstler lebt seit
1998 in Seggiano, Italien, und arbeitet dort am Gesamtkunstwerk „Il
Giardino di Daniel Spoerri“.
- Pressekonferenz: Mittwoch, 19. Februar 2003 – 10.30 Uhr
- Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 19. Februar 2003 –
19.00 Uhr
Für weiteres Informations- und Photomaterial kontaktieren Sie
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KunstHausWien Pressestelle
Tel.: 0043/1/712 04 95, Fax: 0043/1/712 04 96
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VERMITTLUNGSPROGRAMM
Anlässlich der Ausstellung
DIE AUSSTELLUNG WIRD UNTERSTÜTZT VON:
KURIER-CLUB, HILTON
PLAZA, EUROCITY,
YUMYUM COMMUNICATIONS,
MEDIART 01 VIDEOPRODUKTION
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