Hundertwasser mit gebogenem Lineal, 1985
© Hundertwasser-Archiv

 

 

 

 

 


Fernwärmewerk Spittelau, Wien, 1988-92
Fassadenkonzept. Aquarell und Tusche auf einer Zeichnung von Peter Pelikan, 1988
© Hundertwasser-Archiv

 

 

 

 

 


Entwurf einer Weinetikette für die Quixote Weinkellerei, 7. 8. 1998
© Hundertwasser-Archiv

Hundertwasser Architekturmodell Quixote Weinkellerei, Napa Valley, Kalifornien (USA), 1992-97
© Peter Strobl

 

 

 

 


Hundertwasser Architekturmodell
Die Wald-Spirale von Darmstadt (D), ab 1996, Modell 1:50
Die Wald-Spirale von Darmstadt (D), ab 1996
© Peter Mosdzen, 2000

GEHASST - GEBAUT - GELIEBT
VON DER UTOPIE ZUR REALITÄT

HUNDERTWASSER-ARCHITEKTUR


30.November 2000 - 25.Februar 2001

Friedensreich Hundertwasser starb am 19. Februar 2000.

Aus diesem Anlaß zeigen wir in einer Gedächtnisausstellung rund 20 Architekturmodelle im Maßstab 1:50 seiner internationalen Projekte. Diese Modelle waren in Österreich noch nie zu sehen und wurden zum Großteil von Hundertwasser handgestaltet. Zu sehen sind unter anderen die realisierten Projekte in der Bundesrepublik Deutschland, in Österreich, in Japan und den USA.

Fassadenpolier, Zwangsbeglücker, Genialer Dilettant, Amateurbaumeister, Spät-Gaudi, Behübscher, Möchtegernarchitekt, Fassaden-Guru ... Bluff-Architektur, Grottenbahn, Hängende Kommunalgärten, Neuschwanstein für Gemeindemieter, Kitschpalast, Kanarische Inseln für Kakanien, Musterbuch für Gartenzwerge, Schauerburg und Gartenlaube ...

Selten hat ein Künstler im In- und Ausland so die Gemüter erhitzt, wie Hundertwasser. Sein Leben lang schon berühmt-berüchtigt durch Aussagen und Aktionen, so war sein erstes Bauprojekt 1986 in Wien von Anfang an die pure Provokation. Von vielen als genial lanciertes Marketingprojekt verteufelt und abgetan, war das "Hundertwasserhaus" in Wirklichkeit ein reiner Selbstläufer.

Entstanden in einer Gegend Wiens, die man getrost als "entrisch" (wienerisch für "abgelegen") bezeichnen konnte, war ihm die spätere Anziehungskraft nicht im mindesten vorauszusagen.

Schon eher eine Zukunft als "Hundertwasser-Architekten-Schrott", vergammelnd und vergessen irgendwo am Donaukanal...

Es kam ganz anders, und was einstmals ein Riesen-Aufreger war, ist heute fester Bestandteil jeder Besuchstour der Gäste aus aller Welt, die sich genauso wie die Wiener auf den Weg in diese abgelegene Gegend machen, per U-Bahn, Straßenbahn (Linie N wie Nordpol) und schlicht zu Fuß, wie Pfadfinder und Fährtensucher.

Die Wiener kommen seit 1991 in erster Linie, um das KunstHausWien zu suchen und meistens auch zu finden. Es wurde 1991 eröffnet, nicht weit vom Hundertwasserhaus, in den Gebäuden der ehemaligen THONET-Möbelfabrik, von Hundertwasser selbst gestaltet. Mit über 1600 m² Ausstellungsfläche, zur Hälfte für die weltweit einzige permanent ausgestellte HUNDERTWASSER GESAMTSCHAU und zur anderen Hälfte für internationale Großausstellungen.

Das KunstHausWien war wieder etwas Ausgefallenes in dieser Stadt, nämlich Österreichs erstes privatwirtschaftlich geführtes Museum, ohne Subventionen der Gemeinde, des Landes. Etwas Unvorstellbares im damaligen Wien. Noch dazu ein Museum ohne Schließtage, geöffnet täglich von 10 bis 19 Uhr. Man muß also nicht befürchten, wenn man es denn gefunden hat, vor verschlosseneTüren zu stehen. Schnell wurde das anfangs belächelte Projekt mit aufsehenerregenden internationalen Ausstellungen zu einem Fixstern unter den Wiener Ausstellungshäusern, und auch eingefleischte Hundertwassergegner haben inzwischen ihren Abscheu zu überwinden gelernt und lassen sich keine der Ausstellungen mehr entgehen.

Vieles, was in Österreich über Hundertwasser, sein Leben und seine Architektur erzählt wird, gehört ins Reich der Märchen und Sagen. Aber was wäre diese Stadt schließlich ohne Sagen und Legenden.

Wir werden Hundertwasser sehr vermissen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch.

DIE AUSSTELLUNG WURDE UNTERSTÜTZT VON:
Ö1, KURIER Freizeit-CLUB, HILTON VIENNA, AUSTRIAN AIRLINES, YUMYUM COMMUNICATIONS, DEMEL, ÖBB, EUROCITY ;

Ö1-Clubmitglieder, Kurier-Freizeit-Clubmitglieder, AUA-Mitarbeiter sowie ÖBB-Kunden erhalten ermäßigten Eintritt.